Unseren ersten Halt in Österreich machen wir an der Schlögener Schlinge (Km 2.187) im dortigen Yachthafen. Die Hafeneinfahrt ist ausreichend tief und wir machen am Gästesteg fest. Franz, der Hafenmeister, versorgt uns mit den nötigen Informationen und kassiert ab. die Liegegebüren für unsere Boote liegen in der Saison 2026 bei 35,-€/Nacht inklusive Strom. Wir bleiben zwei Nächte und erkunden die Gegend.
Sehenswertes Ziel ist der Aussichtspunkt "Schlögener Schlinge", den man gemütlich vom Hafen aus in einer Stunde erklimmen kann. Wer etwas länger wandern möchte, nimmt den Circonia Rundweg und ist dann etwa 3,5 Stunden unterwegs. Alles ist gut ausgeschildert. Gut bürgerliches Abendessen gibt es dann im Gasthof am Campingplatz, direkt an der Marina. Wir nehmen an der Bootstankstelle noch ein paar Liter Diesel (H0) an Bord, bevor wir uns auf die Weiterreise machen.
Der Abschnitt zwischen Schlögen und Linz ist wunderschön! Einfach nur treiben lassen und die Landschaft genießen. Die Gemütlichkeit findet vor der Schleuse Aschau ein jähes Ende als die Kollegen vom "Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur Schifffahrtsaufsicht" uns kontrollieren. Sie fordern den IBS (Internationaler Bootsschein), den das WSA in Regensburg seit Jahren nicht mehr ausstellt, einen 6 Kg Feuerlöscher und bei Verwendung von AIS eine Längen/Breitenangabe vom Boot. Die Anwesenheit unseres Rettungsringes und Enterhakens wird genauso akribisch überprüft, wie die Gültigkeit unserer Schwimmwesten. Nach einer "Fahrterlaubnis für Sondertransporte" (27,50€) dürfen wir weiterfahren. Später in Linz kümmern wir uns um die Erledigung sämtlicher "Beanstandungen".
Als wir dann nach einer Stunde die Schleuse Aschau im Unterwasser verlassen, werden wir mit einer herrlichen Aussicht bis hin zu den östlichen Alpen belohnt. Nach einer weiteren Schleuse erreichen wir am Nachmittag den Winterhafen in Linz und machen am Gästesteg der "Viadonau" fest. Wir bleiben vier Nächte und genießen den Aufenthalt. Auf die berühmte Linzer Torte verzichten wir, stattdessen gibt es Tortenstücke vom "Kuchenmehr" in der Bischofsstrasse". Optisch und geschmacklich unübertroffen!
Kapitän Reinhard Bloch schaut vorbei und gibt uns wertvolle Tipps für unsere Weiterfahrt. Über ihn komme ich an einen Impeller und der Generator wird repariert. Wir erhalten zudem eine Einladung zur "Schlepperfahrt" am Wochenende. Linz macht Spaß!
Das MZS Traisen ist ein historisches Dieselschleppschiff und das letzte seiner Art in ganz Österreich. "MZS" steht für Motorenzugschiff. Die Traisen wurde 1958 gebaut und in den letzten Jahren von ehrenamtlichen Mitarbeitern restauriert. Sie hat eine Länge von 52 Metern und wird angetrieben von zwei 6 Zylinder 4-Takt Dieselmotoren (Berta & Susi) von Deutz, mit jeweils 500 PS. Diese Ausfahrt war ein ganz besonderes Erlebnis. Das Klappern der Ventile, das Zischen der Druckluft - für maschinenbegeisterte Bootsleute etwas Einmaliges! Danke Reinhard! Die Drohnenfotos wurden von Raffael Portugal zur Verfügung gestellt.
Wir hätten uns für diesen Flussabschnitt besseres Wetter gewünscht. Vielleicht dann auf unserer Rückreise. Die Donau hat hier zwischendurch eine starke Strömung, so dass wir uns fast treiben lassen können. Nur wenige Schleusen halten uns auf. Bisher hatten wir nie Wartezeiten, da die Kommunikation über Funk ausgezeichnet klappt. Eine Nacht verbringen wir im Freizeithafen Ardagger. Hafenmeister Helmut Putz nimmt die Leinen an und begrüßt uns freundlich. Nach dem "einklarieren" geht es zum Steckerlfischessen nach nebenan in den Kiosk.
Anderntags fahren wir bis nach Emmersdorf und machen im Sportboothafen auf der linken Seite hinter der Schleuse Persenbeug fest. Gegenüber liegt das Benediktinerkloster Melk, dass wir nach einer Stunde Fußmarsch erreichen. Zwischen Melk und Krems ist der schönste Abschnitt. Es gibt sehr viel zu sehen und wir genießen die Sehenswürdigkeiten an beiden Uferseiten.
Endlich erreichen wir Krems und machen im Behördenhafen fest. Kaum angekommen, besuchen uns zwei Mitarbeiter der "Viadonau" und machen uns darauf aufmerksam, dass das Anlegen hier nicht erlaubt ist. Nach einem Telefonat mit dem Chef, wird uns ausnahmsweise Genehmigung erteilt für eine Nacht hier zu bleiben. Im Sportboothafen hätten unsere beiden 15 Meter Boote keinen Platz gefunden.
Von Krems nach Tulln fahren wir nur drei Stunden. Eine Schleuse hält uns zwischendurch nur sehr kurz auf. Mit Hafenmeister Sigi klären wir das geschäftliche und später besuchen wir die schöne Innenstadt. Mit der Bahn ist man in einer halben Stunde in Wien. Ursprünglich wollten wir in der Marina Wien für drei Wochen fest machen, doch dort wären wir nur an der Außenmauer untergekommen. Zudem ist die Marina recht teuer.
Hier in Tulln liegt man wesentlich ruhiger und es ist noch bezahlbar.
Und bei technischen Herausforderungen unterstützen Michaela & Karl seit diesem Jahr mit ihrer Servicefirma "Marine Power MK GmbH" direkt in der Marina! Dank Michaela kamen wir zudem in den Genuß einer Spezialität des Waldviertels, den "Mohnzelten" mit Waldvierteler Graumohn! Wieder etwas dazu gelernt. Wir werden wiederkommen!
In der Stadt und der näheren Umgebung hat man besonderen Wert auf eine auffällige Gestaltung der Kreisverkehrsinseln gelegt. Wie ich finde, sehr gelungen und deshalb sind ein paar hier verewigt. Sei es der Austin von 1947, der Düsenjäger oder die Meerjungfrau, ich finde sie alle toll! Und beim schlendern durch die Stadt entdeckt man auch das Niebelungendenkmal, gelungene Jugendstilgebäude und die beiden wunderschönen Rathäuser. Wer gutes Brot und gutes Essen wertschätzt, wird am Marktplatz und der Innenstadt fündig.
Mit unserem kleinen Mietwagen fahren wir die paar Kilometer von Tulln nach Wien. Wir wollen zur Herberge von Sissi und Franz nach Schönbrunn. Die Idee hatten auch noch ein paar Tausend andere Touristen an diesem Tag - es war voll! Unsere beiden Vierbeiner, Frieda und Alf, waren im Schlosspark nicht erwünscht und so fanden wir vor dem Eingangstor zum Schloss Schönbrunn kurzerhand einen Hundesitter mit künstlerischer Begabung...
Nach unserem Besuch in Schönbrunn ging es weiter zum Stephansdom in die Altstadt, vorbei am Hotel Sacher zur Hofreitschule und noch ein paar anderen Locations. Doch irgendwie vertrage ich diese Menschenmassen nicht mehr. Nach einem erholsamen Kaffeehausbesuch machten wir uns wieder auf den Weg zurück zum Boot.
Nach ein paar regnerischen Tagen kommt die Sonne wieder und die Temperaturen steigen auf 20° Celsius. Ein weiterer Besuch in Wien ist geplant. Und ich möchte endlich das beste Wiener Schnitzel essen! Zunächst fahre ich mit dem Mietwagen zum Prater, dann wandere ich an die Donau und weiter in die Innenstadt, zur Votivkirche, dem Rathaus, dem Bundeskanzleramt und dem Burgtheater. Nach 20.000 Schritten erwartet mich dann in der Bäckerstrasse 9 beim Figlmüller das beste Schnitzel der Stadt!
Und wer noch am Abend ein paar gute Drinks in einer versteckten Bar genießen möchte, geht in die Neubaugasse 38 in das "Fitzcarraldo" zu Fabian und lässt sich verwöhnen. Der Eingang liegt versteckt hinter einem beweglichen Getränkeautomaten! Viel Spaß beim suchen...
Was wäre ein Besuch in Wien ohne die Einkehr in ein Wiener Café?! Mein Weg führte mich zum Café Ministerium am Georg Coch-Platz. Es wird seit Jahrzehnten geleitet von Herrn Kommerzialrat Magister Dr. Kurt G. Tiroch und seinem Team. Hier erlebt man sie noch, die typische Caféhaus Stimmung. Freundliche Bedienung, gutes Frühstück und die typische Wiener Melange. Es gibt Wasser für die Fellnasen und bei sonnigem Wetter sitzt man auch im Freien mit Blick auf das Ministerium und die Österreichische Post. Vielen Dank Herr Magister!
Leinen los und durch die Schleuse Greifenstein, durch Wien, die Schleuse Freudenau und dem nächsten Halt bei Georg Humer dem III. dem Inhaber vom Gasthof Uferhaus bei Orth. Er serviert uns Karpfen nach Serbischer Art und andere leckere Gerichte. Wir fühlen uns wohl an diesem urigen Ort!