Die Insel Usedom, April 2022

Bei gutem Wetter lässt es sich hier schon mal drei Wochen aushalten. Mindestens fünf Tage sollte man sich schon Zeit nehmen.

Von Anklam nach Rankwitz und Mellenthien

Die "No Worries" steht noch beim Motorbootclub Anklam. Vorstand Roland Jäger schaut ab und zu nach dem Rechten, solange bis ich mit Alf, dem Bordhund, nach ein paar Tagen Heimaturlaub wieder zurück bin. Mit dem ICE fährt man in knapp sieben Stunden von München nach Anklam - ohne umzusteigen! Wasser bunkern, denn am nächsten Morgen soll es wieder los gehen.

Im Binnenatlas ist die erste Brückenöffnung der Eisenbahnbrücke in Anklam für 06:10 Uhr angegeben. Also rechtzeitig ablegen und noch ein Schallsignal absetzen, damit die Brücke auch wirklich aufmacht. Doch nichts geschieht. Nach ein paar Minuten rufe ich da mal an und die Brückenwärterin Kerstin meldet sich. Sie hat uns einfach nicht gehört und gesehen und entschuldigt sich überzeugend. Kurzerhand werden wir "zwischendurch" gelassen und müssen keine zwei Stunden auf die nächste Öffnung warten. Und als Wiedergutmachung schickt Kerstin später noch ein kleines Video von der Brückendurchfahrt. 

Die Peene "dampft", wir hatten nachts noch Minusgrade. Ganz langsam passieren wir die vielen Wasservögel und bestaunen die Flugkünste und Eleganz der Seeadler. Zehn Kilometer später geht es nach Norden in den Peenestrom und noch mal 11 Kilometer weiter in den kleinen Hafen Rankwitz. Um 11 Uhr öffnet das Lokal und der Fischladen. Zum Frühstück dann ein leckeres Matjesbrötchen! Später wird E-Bike "Victoria" ausgewintert und ab geht es zum Wasserschloss nach Mellenthien - etwa 5 Kilometer entfernt. Zur Belohnung für die Tour gibt es dort Spargelcremesuppe vom Feinsten und selbstgebrautes Dunkelbier!  Sehr empfehlenswert diese Location! Kurze Besichtigung der Dorfkirche und dem Friedhof, ein paar Fotos von den Störchen auf dem Hausdach und dann wieder zurück. Ein Sonnenbad auf dem Achterdeck wartet...

Achterwasser und Zinnowitz

Schönes Licht und ruhiges Wasser hat man meißtens am frühen Morgen. Auf nach Zinnowitz übers Achterwasser. Mit dem Wetter könnte es besser nicht sein! Zwei Stunden und 18 Kilometer später wird an der Außenmole des Hafens festgemacht. Im Hafenbecken ist über 12 Meter Bootslänge Schluss. Es ist nicht weit zur Seebrücke und der Ostsee. Mit Hund und Bike geht es weiter nach Koserow. Zinnowitz ist ein Touristennest und ich vermisse jetzt schon die Ruhe auf dem Wasser. Nach leckeren Fischbuletten im Hafenlokal und einem Mittagsschläfchen wird abgelegt und es geht weiter nach Wolgast. Das ist zwar nicht auf Usedom, gehört aber zur Tour dazu.

Wolgast und das schönste Klo

Weitere 24 Kilometer sind es von Zinnowitz über das Achterwasser und den Peenestrom nach Wolgast. Das Hafenkontor hat Henry übernommen. Er hat den "Wolgaster Schiffsausrüster" direkt am Hafen sowie drei Kampfkatzen und das schönste Klo der Stadt. Ungelogen! Schaut selbst. Liegegebühr bezahlt, Karabiner gekauft und Fotos gemacht. Ich mag diesen Menschenschlag! Vor dreißig Jahren war ich zum ersten Mal in Wolgast. Die Stadt war im dichten winterlichen Braunkohledunst kaum zu ertragen. Seit dem hat sich eine Menge getan. Doch der PKW Stau an der Peenebrücke ist geblieben. Und die Peene Werft auch. Kriegsschiffe und Luxusjachten stehen hier herum und vermitteln einen Hauch von Industriestandort. Mit der Usedomer Bäderbahn ist man schnell auf der Insel und bei Bedarf auch in Polen!

Ahlbeck, Heringsdorf, Peenemünde und Krummin

27,50 Euro, soviel kostet ein Tagesticket mit der Usedomer Bäderbahn inklusive Fahrrad und Hund! Zunächst geht es nach Heringsdorf. Für Eisenbahnverrückte wie mich ein wahres Eldorado! Überraschend ist eine Dampflok mit Sonderzug zu Gast im Bahnhof. Auch ein Dieseltriebwagen aus Baden Württemberg ist da und soll in den nächsten Monaten als "Urlauberverstärker" tätig werden. 

Natürlich wird die Seebrücke in Ahlbeck besucht und ein paar der hübschen Villen werden digital verewigt. Später kommen dann noch ein paar Exponate aus Peenemünde dran, bevor es mit dem Bike zur "Naschkatze" nach Krummin zum Teetrinken geht. U-Boot Fans sollten in Peenemünde das Museum nicht verpassen. 

In Krummin gibt es einen wunderschön gelegenen Naturhafen mit einem guten Restaurant. Doch mit 2,30 €/m Bootslänge nicht gerade preiswert.