Von der Donau zur Nordsee

Teil 1: Regensburg - Bamberg, 35 Km Donau und 178 Km Main-Donau-Kanal

Nach einer entspannten Wintersaison in der Oberpfalz und kleineren Fahrten auf der Donau und dem MDK geht es an Ostern wieder los! Herrlichstes Wetter, frühlingshafte Temperaturen, volle Tanks und jede Menge gute Laune. Vor einem Jahr begann die Zeit mit Corona, mittlerweile sind gemäß Statistik in Deutschland über 77.000 Menschen daran gestorben und fast drei Millionen Menschen mit Corona infiziert. In den Facebook Gruppen wurde ich oft gefragt, ob ich das darf, Boot fahren in der Pandemie! Meine Antwort seit über einem Jahr ist immer noch die Gleiche: "Wo ist es denn sicherer, als auf dem Boot?"

Also Abschied in Regensburg, Saal/Donau und Kelheim! Freundliche Zaungäste winken und es geht zu Berg in den Main-Donau-Kanal!

Für mich ist der schönste Teil des Kanals das Altmühltal zwischen Kelheim und Berching! Vorbei an Burg Prunn, Riedenburg, Beilngries und diversen Sehenswürdigkeiten, Kirchen und Klöstern. Die ersten zwei Übernachtungen sind in Berching. Die Starterbatterie des Generators hat den Winter nicht überlebt und wird ersetzt. Freunde besuchen uns an Bord und wir genießen das herrliche Wetter! Dann geht es den Kanal weiter in Richtung Nürnberg und Bamberg. Für diesen Abschnitt lassen wir uns zwei Tage Zeit. Ein Aufenthalt in Bamberg lohnt sich immer! 

Teil 2: 380 Km auf dem Main von Bamberg nach Mainz

Nach fast 180 Kilometern Kanal geht es auf den Main bei Kilometer 384. Vier Schleusen mit moderatem Hub bringen uns nach sechs Stunden und 55 Kilometern an Haßfurt vorbei, nach Schweinfurt an die Steinmauer gegenüber der Schleuse. Kaum Berufsschifffahrt und keine Wartezeiten an den Schleusen. Ostermontag, es schneit! Die beste aller Bordfrauen backt Kuchen und kocht Gulasch zum Abendessen. Perfekt! 

Schweinfurt lassen wir hinter uns. Auf dem Weg zum nächsten Etappenziel, dem 62 Km entfernen Ochsenfurt, passieren wir sieben Schleusen mit 32 Metern Höhenunterschied. Vorbei an Volkach, Schwarzach, Kitzingen und Marktbreit erreichen wir das fränkische Ochsenfurt nach sechs Stunden Reisezeit. Mainfranken begrüßt uns mit Weinbergen und vielen kleinen Kapellen und Kirchen an den Ufern des Mains. Es gibt, Dank der geringen Berufsschifffahrt aufgrund der bevorstehenden Schleusenrevisionen auf dem Fluß, keine Wartezeiten vor den Schleusen. Das Aprilwetter war typisch für diesen Monat. Sonne, Schnee und Eisregen begleiteten uns im ständigen Wechsel. Festgemacht wurde dann am Stadtanleger zwischen den beiden Straßenbrücken bevor Popcorn vom Himmel fiel!  

Vorbei an Sommerhausen, Winterhausen, Eibelstadt und Randersacker nach Würzburg. Zwei Schleusen, 18 Kilometer Strecke. Im Würzburger Sportboothafen wird für zwei Nächte festgemacht. Es gibt Strom und endlich Wasser! Alle anderen Häfen waren/sind noch im Winterschlaf. Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang durch die Stadt. Es gibt wieder viel zu entdecken!

Nach zwei Tagen in Würzburg geht es nach Wernfeld zum MYC. Auch dort herrscht noch Winterruhe, also kein Strom und kein Wasser. Ab morgen, 10. April, beginnt auf dem Main, dem Main-Donau-Kanal und der Donau die alljährliche Schleusenrevision. Für die nächsten 10 Tage geht also auf 700 Km NICHTS! Auf unserem Weg nach Wernfeld und Gemünden passieren wir Zell am Main, Erlabrunn, Himmelstadt und Karlstadt. Nach vier Schleusen und 37 Kilometern Strecke sind wir am Ziel. Dieser Streckenabschnitt führt parallel zur Bahnstrecke Würzburg - Frankfurt. Für Eisenbahnfans gibt es jede Menge zu sehen!